Aus dem Archiv in die Gegenwart: Film zur Offenen Rennbahn Oerlikon

Die Zeit festhalten: Das kann audiovisuelles Kulturgut. Anlässlich der Europäischen Tage des Denkmals 2022 hat die Abteilung Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich in Zusammenarbeit mit Memoriav einen Film zur Offenen Radrennbahn Oerlikon produziert. Die historischen und aktuellen Filmaufnahmen transportieren flüchtige Momente der Geschichte.

Memoriav ist die Schweizer Kompetenzstelle für analoges und digitales audiovisuelles Kulturerbe. Ein Grossteil des neu produzierten Films zur Offenen Radrennbahn Oerlikon ist in der Memobase von Memoriav auffindbar. Das Onlineportal ermöglicht das Recherchieren von  Fotografien, Filmen, Ton- und Videodokumenten aus unterschiedlichen Gedächtnisinstitutionen. Einen grossen Bestandteil der Memobase bilden die Beiträge der Schweizer Filmwochenschau (1940–1975). Diese historischen Filmreportagen wurden dank eines Gemeinschaftsprojekts von Memoriav, der Cinémathèque suisse und dem Schweizer Bundesarchiv digitalisiert. Auch zur Offenen Rennbahn Oerlikon lassen sich einige Bijous finden.

Video: Bahnmeisterschaft der Schweizer Radfahrer auf der Rennbahn Oerlikon, Schweizer Filmwochenschau vom 11.06.1943

Die Offene Rennbahn Oerlikon ist seit 110 Jahren eine Landmarke im Norden der Stadt Zürich. Während das Baudenkmal seine hohe architektonische Bedeutung seit über einem Jahrhundert bewahrt, fällt beim Betrachten des Bewegtbildmaterials der Wandel der Zeit in Bekleidung, Filmtechnik und Sportausrüstung auf. Was gleich bleibt ist das Engagement und die Faszination der Menschen, welche seit ihrer Entstehung auf die Radrennbahn kommen und das Denkmal der Sportarchitektur zu einem lebendigen Begegnungsort machen. So ist die Rennbahn seit je her Schauplatz grosser Siege und bitterer Niederlagen.

Video: Sprint-Weltmeisterschaft auf der Rennbahn Oerlikon, Schweizer Filmwochenschau vom 01.09.1961

Im neu produzierten Film «333.33 Meter gebaute Sportgeschichte» ergänzen aktuelle Aufnahmen das Archivmaterial aus der Memobase. Als Zeitzeugen kommen Schweizer Radsportlegenden – und solche, die es werden wollen – zu Wort: Walter Bucher (*1926), Urs Freuler (*1958) und Bruno Risi (*1968) berichten von ihren Anfängen im Profisport, ihrer Beziehung zur Radrennbahn Oerlikon, dem Wirken der Fliehkräfte in der Kurve und ihren grossen Erfolgen.

Videoaufnahmen: Salvatore Vinci, Interviews und Schnitt: Martina Schretzenmayr, 2022

Auch der Nachwuchs steht auf der Offenen Rennbahn bereits in den Startlöchern. Nach absolviertem Bahnkurs und ersten Rennen ist das nächste Ziel die Profikariere.

Videoaufnahmen: Salvatore Vinci, Interview und Schnitt: Martina Schretzenmayr, 2022

Die Filmaufnahmen aus knapp einem Jahrhundert vergegenwärtigen nicht nur den Lauf der Zeit. Grosse Emotionen, die Faszination für den Radrennsport und die «Bratwurst-Bier-Stimmung» auf der Offenen Rennbahn Oerlikon ziehen sich als Konstanten bis heute durch ihre Geschichte. Die faszinierende Architektur dieses Baudenkmals bietet hierfür den Boden. Die Menschen, die Radprofis und -amateure, das Publikum sowie freiwillige Helferinnen und Helfer beleben es und sorgen auch für die stetige Produktion von weiterem audiovisuellem Kulturerbe.

Videoaufnahmen: Salvatore Vinci und Martina Schretzenmayr, Interviews und Schnitt: Martina Schretzenmayr, 2022

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Verfasst von:

Viviane Mathis

Viviane Mathis

Viviane Mathis studierte empirische Kulturwissenschaften und Architekturgeschichte in Zürich und Bern und ist Master of Arts in Kunstgeschichte. Bei der Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich ist sie Vermittlungsbeauftragte und Projektleiterin der Europäischen Tage des Denkmals.

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