Archäologie und Denkmalpflege für den Kanton Zürich

Tagtäglich machen wir erstaunliche Entdeckungen. Sei es auf Ausgrabungen oder bei der Inventarisierung von zunächst unscheinbaren Kulturdenkmälern. Auf dieser Website geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich aktuelle Einblicke in ihre Arbeit.

Womit beschäftigt sich die Archäologie? Und wo ist die Denkmalpflege mit dabei? Wird alles ausgegraben und alles geschützt? Natürlich nicht. Deshalb haben wir diesen Blog eingerichtet: um zu zeigen, womit wir uns beschäftigen, und womit nicht. Und Sie können uns direkt Ihre Meinung sagen und Fragen stellen (unten in den Kommentaren zu jedem Artikel). Das sind unsere Aufgaben:

1. Inventare erstellen und nachführen

Wir erfassen besonders wertvolle historische Zeugnisse in Inventaren. Dank den Inventaren können wir die unbedachte Zerstörung von bedeutenden Gebäuden und Fundstellen vermeiden und geplante Veränderungen an ihnen beurteilen.

Das Inventar der Denkmalschutzobjekte listet Bauten auf, die aufgrund ihrer historischen Bedeutung wichtige Zeugen vergangener Epochen sind. Wie die Inventarisierung abläuft und was sie für Auswirkungen hat, können Sie in diesem Beitrag nachlesen. In der Karte der archäologische Zonen verzeichnen wir Gebiete, in denen wir unter der Erdoberfläche archäologische Zeugnisse vermuten. Die langfristige Erhaltung von Fundstellen und der sorgfältige Umgang mit Denkmälern liegt im öffentlichen Interesse.

Die archäologischen Zonen und inventarisierten Objekte sind öffentlich einsehbar. Ob Ihr Haus sich im kantonalen Inventar befindet oder ob Sie gerade in einer archäologischen Zone unterwegs sind, können Sie hier nachsehen.

Archäologische Zonen und besonders wertvolle historische Bauten werden in Inventaren verzeichnet. Denn nur was wir kennen, können wir schützen. Visualisierung: Ikonaut

2. Kulturerbe erhalten und dokumentieren

Wir begleiten und dokumentieren bauliche Eingriffe an inventarisierten Gebäuden und Fundstellen. Unsere Bauberaterinnen und Bauberater zum Beispiel unterstützen Umbauten und Restaurierungen, damit gute Lösungen sowohl für die Eigentümerschaft als auch für das Denkmal gefunden werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die wichtigsten Zeugnisse der Vergangenheit wenn immer möglich an Ort und Stelle erhalten bleiben.

Bei nicht vermeidbaren Verlusten kümmern wir uns um eine lückenlose Dokumentation und sichern die Funde. Zum Beispiel, indem wir eine Rettungsgrabung durchführen. Dabei dokumentieren wir möglichst genau, was wir wo gefunden haben, bevor es unwiederbringlich zerstört wird. Strukturen wir Mauern, Pfosten und Pfähle von Holzbauten werden systematisch erfasst und dokumentiert. Typische Bodenfunde sind Keramikscherben, menschliche und tierische Knochen, Steinwerkzeuge und Metallobjekte. Seltener stossen wir auch auf Textilien wie den 5000 Jahre alten Schuh aus dem Greifensee.

In Rettungsgrabungen dokumentieren wir archäologische Fundstellen und sichern die Funde. Unsere Bauberaterinnen und Bauberater begleiten Umbauten und Renovationen an bestehenden Gebäuden und setzen sich dafür ein, dass bedeutende Kulturdenkmäler nicht aufgrund von fehlendem Wissen zerstört werden. Visualisierung: Ikonaut

3. Entdeckungen auswerten, publizieren und archivieren

Kontext ist alles. Ohne Kontextinformationen ist ein archäologischer Fund für die Forschung in der Regel ziemlich uninteressant. Ohne Informationen zur Baugeschichte kann ein einmaliges Kulturdenkmal nicht als solches erkannt werden. Deshalb setzen wir alles daran, die relevanten Informationen aufzuschreiben und für Forschende zugänglich zu machen. Die Ergebnisse unserer Arbeit publizieren wir in Form von Büchern oder Artikeln. Alle zwei Jahre zum Beispiel veröffentlichen wir die wichtigsten Projekte der Denkmalpflege in den „Berichten der Zürcher Denkmalpflege“. Anfang 2020 erscheint der 53. Band der Monographienreihe der Kantonsarchäologie zu den Ausgrabungen am Gubrist.

Archäologische Funde und bedeutende Bauteile, werden konserviert und unter optimalen klimatischen Bedingungen eingelagert. Besonders aussagekräftige Stücke wandern in die Studiensammlung, wo sie von Forschenden aus der ganzen Welt untersucht werden können.

Mit der Publikation unserer Erkenntnisse und der Archivierung von Funden, Daten und Dokumenten machen wir das Wissen für alle zugänglich und ermöglichen Forschung, heute und morgen. Visualisierung: Ikonaut

4. Dialoge pflegen und Neugier stillen

Wir betreiben Archäologie und Denkmalpflege nicht als Selbstzweck, sondern für die Menschen im Kanton Zürich. Damit Zürich vielschichtig und lebenswert bleibt. Damit wir die Zukunft des Kantons gestalten können, ohne seine Geschichte zu zerstören. Dazu gehört auch, dass wir die Menschen teilhaben lassen an unseren Endtdeckungen. Deshalb öffnen wir unsere Türen, zeigen unsere Grabungen und unterstützen Ausstellungen. Deshalb betreiben wir auch diesen Blog. Damit nicht nur die Wissenschaft von unserer Arbeit profitieren kann, sondern auch Sie. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen und freuen uns auf Ihre Kommentare.

Archäologie und Denkmalpflege für alle: Wir freuen uns über Besuch auf unseren Grabungen und zeigen Ihnen gerne, was uns bewegt. Visualisierung: Ikonaut

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